Was ist 3D? - Stereofotografie und Stereoskopie

Was ist 3D?

(Räumliches Fotografie)

Räumliche Fotografie ist nicht neu. Was ist 3D? Sogenannte Anaglyphenbilder gibt es seit 1853. Man nahm damals schon 2 Fotos aus einem definierten Abstand auf. Ein Foto wurde rot eingefärbt, das andrer grün. Betrachtet durch eine Brille mit Farbfiltern, gaukelt das Hirn eine räumliche Darstellung vor. Diese rot/grün Bilder waren zunächst schwarz/weiß. In den 1970er Jahren wurde dann entdeckt, wie man räumliche Farbbilder im Anaglyphenverfahren realisiert, durch den Einsatz von rot/cyan Brillen.

Stereoskopisches 3D ist “räumliches Sehen”. Bisher sahen wir uns Spiele, aber auch Filme z.B. im Kino immer in zwei Dimensionen an. Unsere Umgebung sehen wir dank unserer zwei Augen, welche auch zwei verschiedene Blickwinkel einfangen, dreidimensional. Durch die stereoskopische dreidimensionale Darstellung wird nun für jedes Auge ein passendes Bild mit leicht veränderten Blickwinkel gegenüber dem Bild für das jeweils andere Auge ausgestrahlt. Für die Trennung beider Bilder benötigen wir in den meisten Varianten der stereoskopischen 3D Darstellung entsprechende 3D Brillen. Sie sorgen dafür, dass jedes Auge nur das Bild sieht, welches für es bestimmt ist. Dies vermeidet auch das Sehen von sogenannten “Geisterbildern”. Das jeweils andere Auge sieht also noch einen “Schatten” bzw. die Konturen des Bildes, welches eigentlich für das andere Auge gedacht ist.

3D (Dreidimensionales) Sehen

(Räumliche-Stereo-Dreidimensional)

Das Räumliche, Stereo oder auch dreidimensionale, kurz 3D dreidimensionales Sehen ermöglicht dem Menschen feine Arbeiten im Nahbereich, die ihn zu Urzeiten erst zur Herstellung von Werkzeugen befähigt haben. Wie wichtig unser zweites Auge ist, spürt man im Selbstversuch schnell, wenn man mal ein Auge zukneift und dann einen Faden seitlich in ein Nadelöhr einfädeln will. Man hat dann kaum noch Tiefempfinden und trifft zunächst immer davor und dahinter.

(Wie funktioniert räumliches Sehen?)

1. Echtes räumliches Sehen: Man betrachtet einen Gegenstand mit jedem Auge aus einer leicht anderen Richtung. Es entstehen also 2 verschiedene Bilder. Selbstversuch: Daumen mit ausgestrecktem Arm direkt vor der Nase hochhalten und abwechselnd ein Auge zukneifen. Im Gehirn werden diese beiden Bilder zu Einem zusammengefügt (fusioniert). Eigentlich müssten wir doppelt sehen aber das Gehirn “errechnet” ein Gesamtbild, als wenn wir wie ein Zyklop nur ein Auge in der Mitte hätten. Ein Kind von unter 2 Jahren demonstriert das sehr gut: Es hält eine Röhre zum Durchschauen nicht vor ein Auge, sondern zunächst an die Nasenwurzel.

2. Abgeleitetes Tiefensehen: Während man beim echten räumlichen Sehen sozusagen mit beiden Augen zusammen etwas “hinter” den betrachteten Gegenstand sehen kann und dadurch die Entfernung unterschiedlicher Gegenstände hintereinander gut abschätzen kann, gelingt dies aufgrund des geringen Abstandes der Augen jenseits von 30 Metern nicht mehr (da sind die Bilder fast gleich) und mit einem Auge allein, schon in der Nähe nicht. Trotzdem können auch Einäugige Tennisspielen und kann man auch jenseits der 30m Entfernungen abschätzen. Wie geht das ? Hier orientiert sich das Gehirn an anderen Anzeichen für Entfernung und Tiefe wie die geomtrische Perspektive (je weiter weg desto kleiner), Konturenunschärfe (je weiter weg desto flauer das Abbild), der Verteilung von Licht und Schatten, Objektüberdeckungen (was Anderes teilweise verdeckt, muss davor sein) etc. Bei bestimmten optischen Täuschungen wird dies geschickt vom Zeichner ausgenützt und man verschätzt sich.

3. Welche Testverfahren gibt es?: Wie so meist ganz viele. Sehr häufig angewendet wird der Langtest (rechts oben) bei dem man auch ohne räumliches Sehen den Stern oben im Bild immer erkennen kann. Nur mit einem guten räumlichen Sehen sieht man zusätzlich noch ein Auto, einen Elephanten und einen Mond auf dem Bild (bildschirmtechnisch hier nicht klar genug erkennbar). Technisch handelt es sich um ein Beispiel eines “Random-Dot-Stereogramms”. Was so viel heißt, daß aufgrund einer speziellen Beschichtung 2 Bilder in der Oberfläche enthalten sind, die zufällige Punktverteilungen enthalten. In einem Bereich sind jedoch alle Punkte genau um einen gleichen kleinen Winkel gegeneinander versetzt. Dies wird als räumlich empfunden, so daß dieser Bereich, bzw. diese Figur, gegenüber dem Rest des Bildes nach vorne oder nach hinten versetzt erscheint. Auf einem Bildschirm lässt sich das leider nicht richtig darstellen. Im praktischen Leben spielt diese Fähigkeit der stereoskopischen Oberflächenbeurteilung in vielen handwerklichen Berufen eine große Rolle. So können bei diffusem Licht geringfügige Dellen eines Karosseriebleches einäugig nicht erkannt bleiben, während sie beidäugig sofort erkannt werden. Während beim Langtest beide Augen frei bleiben können, basieren viele andere Tests darauf, beiden Augen verschiedene Bilder anzubieten, indem man Filterbrillen aufsetzt. Häufig wird eine Brille mit Polarisationsfiltern verwendet, bei der durch entsprechende Folien im Bild, das Bild der einen Folie nur links und das der anderen Folie nur rechts gesehen werden kann. Der Fachausdruck ist Polarisationshaploskopie und ein typisches Beispiel ist der Titmus-Test oben auf dem unteren Bild. Für Kinder werden die Fliege oder die Tiere auf dem Bild links unten verwendet. Kleine Kinder wollen nach der Fliege greifen oder haben Angst. Größere Kinder können in den drei Reihen A-C erkennen, daß eins der Bilder räumlich ist, d.h. scheinbar nach “vorne” kommt. Das Gleiche gilt auch für die Zylindergruppen oben. Jeweils einer der vier Zylinder in jedem Quadrat scheint “nach vorne” zu kommen. Dieser Test ermöglicht übrigens auch die Leistungsfähigkeit des räum- lichen Sehens zu beurteilen, da mit jedem Quadrat der Bildunterschied kleiner wird und das räumliche Sehen besser sein muss. In bestimmten Berufen wird hier ein Minimalwert vorausgesetzt.

Kostenlose 3D Anaglyphenbrille basteln

(Schablone und Anleitung) 

Schablone und Anleitung: Kostenlose 3D-Brille (rot/cyan – anaglyph) selbst basteln für 3D Fotos.  Rechtes Auge: Cyan Linkes Auge: Rot

Zur Betrachtung der 3D Anaglyphenbilder braucht man eine entsprechende Anaglyphenbrille. Wer seine 3D Brille aus den 80er Jahren verlegt hat, kann sich mit dieser Bastelanleitung selbst eine 3D Brille basteln. Zunächst muss erst einmal die Vorlage von mir zum Ausschneiden der 3D Brille hier heruntergeladen werden.

Sie benötigen:

  • Am besten ist ein Din A4, ab 240 g/m2 Fotopapier
  • Eine Schere oder Skapell
  • Klebeband oder Klebstoff
  • Je ein Blatt Rot und Cyan Folie. Die Folien kann man bei Perspectrum oder im 3D Foto Shop bestellen. 

Am besten ist eine Din A4, ab 240 g/m2 Fotopapier Seite. Die Schablone, (Abb. oben) kann man sich hier oben im Download Button herunter laden. In Din A4 Größe ausdrucken.

Alle 3 Teile vorsichtig mit einer Schere an den Rändern ausschneiden, und die farbigen Flächen am besten mit einem Skalpell vom Karton lösen. Die beiden Seitenteile an das mittlere Stück kleben. Damit ist eine Matrize für die Brille vorhanden.

Falls das Fotopapier zu dünn sein sollte, die Schablone dann noch auf einen Karton kleben oder durch pausen und ausschneiden. Natürlich auch die Augenlöcher.

Die farbigen Folien ( Rot / Cyan ) groß genug ausschneiden, damit sie die beiden Augenlöcher großzügig bedecken und von innen an der Brille festkleben. Dabei darauf achten, dass die rote Folie das linke und die cyan Folie rechte Auge bedeckt. Fertig.

Fertig ist die 3D Anaglyphe-Brille und schon kann es losgehen, das Web nach 3D-Inhalten zu durchstöbern. Wer keine Lust hat mit Schere und Kleber zu hantieren findet bestimmt im Web günstige Möglichkeiten verschiedene 3D Brillen für kleines Geld zu kaufen. Shutter- oder Polarisationsbrillen selbst basteln geht nicht, bzw. bringt nichts.

3D StereoPhoto Maker 

(3D Formate und Lehrfilm)

StereoPhoto Maker

Wie der Name schon andeutet, dient der StereoPhoto Maker der Erstellung und Betrachtung für stereoskopisches Bildmaterial. Die Anwendung ist sehr ausgereift und bietet auch umfangreiche Möglichkeiten. Stereoskopische Raumbilder können aus Kombinationen verschiedener Einzelbilder erstellt und bearbeitet werden. Das Programm unterstützt diverse Anzeigemöglichkeiten, wie beispielsweise die Rot/Cyan Brille für Farbanaglyphen oder Grauanaglyphen, parallele und gekreuzte Ansichten oder auch die Betrachtung am 3D Monitor. Als Betrachter unterstützt der StereoPhoto Maker stereoskopisches Bildmaterial in den Formaten JPG, JP2, JPS, DAS, STJ, BMP, TIF, GIF und PNG.

(Wie erstelle ich meine 1. Anaglyphe?)

Sehr guter Lehrfilm zum Thema: Wie erstellt man seine 1. Anaglyphe mit dem StereoPhoto Maker. Von Ralf Fackiner. (MachZwei)

3D Bildformate

(Allgemeine Informationen)

Analux 3D

(Geisterbild reduzierte Anaglyphe)

Analux 3D

Man liest viele Kommentare in den 3D Foren, wie man Geister in Anaglyphen eliminieren kann. Sehr umfangreiche oder auch wissentschaftliche Berichte zu diesem Thema. Seit Jahren immer das gleiche Thema, wie zum Beispiel in der fotocommunity oder sowie damals auch im Stereoforum. Ein Hauptproblem bei Anaglyphenbildern sind "Geisterbilder", wobei jedes Auge einige Anteile des für das andere Auge bestimmten Bildes übernimmt. Die Stärke des Ghosting hängt von den Eigenschaften der Anaglyphenbrille, des Anzeigegerätes oder des gedruckten Bildes ab. Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, wie man im Geisterbild die Geister verjagen kann. Man öffnet im (SPM) Stereo Photo Maker das Ana-Lux 3D Menü.

SPM

Den Lab-Schieberegler Kontrast im Programm ACDSee Pro nach links verschieben um die Geisterbilder zu minimieren. Ich stelle es immer auf -11. Ich benutze dabei die Rot/Cyan Brille von perspektrum:

Danach verwendet man die RGB-Schieberegler Kontrast und Helligkeit um das ursprüngliche Aussehen wiederherzustellen. Hier sollte man Aufpassen, das die Geister nicht wieder erscheinen

Ana Lux 3D links
Ana Lux 3D rechts

Wurde alles so eingestellt, das man kaum oder keine Geister mehr in der Anaglyphe sehen kann, müssen die aktuellen Einstellungen mit dem OK Button im SPM bestätigt werden. Die fertige Anaglyphe auf Festplatte speichern, und anschließend noch mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm zum Schluss etwas nachbearbeiten.

ACDSee Pro 1
ACDSee Pro 2

Mit dem Programm ACDSee Pro, kann man mit der Tonwertkorrektur die Kontrast- & Lichtwerte eines Bildes präzise ändern. Vor der eigentliche Montage mit dem SPM, gibt es das Menü Beleuchtung - Licht EQ im ACDSee Pro. Der Licht EQ funktioniert wie ein Equalizer, nur mit Licht. Hier kann man mit 18 Reglern, Helligkeit und Kontrast verschiedener Farbbänder (Bereiche relativer Helligkeit oder Dunkelheit) des Bildes (unabhängig voneinander) mit einem Regler für jedes Farbband korrigieren.

Kreuzblick

(Den Kreuzblick erlernen)

Kreuzblick

Anleitung: Zur Darstellung eines 3-dimensionalen Foto gibt es unterschiedliche Methoden. Der hier dargestellte Kreuzblick ist für die Kreuzblick-Methode erstellt. Zum Betrachten sind keine Hilfsmittel nötig. Wer im Alltag über ein räumliches Sehen verfügt, kann die Technik des 3-dimensionalen Sehens erlernen. Bei dieser Kreuzblick-Methode nutzt man die Schieltechnik. Hierbei schaut man mit dem rechten Auge auf das linke Bild und mit dem linken Auge auf das rechte Bild. Zwischen dem linken und dem rechten Bild sieht man nun in der Mitte ein Bild , welches die räumliche Darstellung enthält. 

Zum Erlernen der 3-dimensionalen Betrachtungsweise geht man nun so vor, indem man mit einem Finger der ausgestreckten Hand auf die Mitte des Bildpaares zeigt und anschließend den Finger auf die Augen zu bewegt. Hierbei sollte immer der Finger avisiert bleiben. Das linke und das rechte Bild wandern nun nach außen und werden immer unschärfer. In der Mitte zwischen den beiden Bildern erkennt man nun ein virtuelles drittes Bild. Dieses mittlere Bild gibt nun die räumliche Darstellung wieder. Für den perfekten Raumeindruck muss man sich auf das mittlere Bild konzentrien und es mit den Augen scharf stellen. Nach einiger Übung gelingt diese Verfahrenweise automatisch. Für die Betrachtung ist es wichtig, dass beide Augen auf gleicher Höhe sind um die Bilder in der Mitte auf Deckung zu bringen.

Warnhinweis: Verspüren Sie beim Betrachten durch angestrengtes Schielen Kopfschmerzen oder Unbehagen, so stoppen Sie die Betrachtung der Bilder. Stellt sich bei Ihnen nach einiger Zeit kein 3-D Effekt ein, so haben Sie möglicherweise bei der Betrachtung etwas falsch gemacht. Achten Sie darauf, das die Augenmuskeln beim Betrachten der Bilder entspannt sind; versuchen Sie nichts zu Erzwingen und machen Sie Pausen.

Mac und 3D?

(Die richtigen Programme für MAC)

Wenn man sich für die 3D Stereofotografie interessiert und möchte später die fotografierten Stereobilder (Bildpaare) am Mac bearbeiten, kommt man nicht drum herum Parallels Desktop, VMWare Fusion, BootCamp (eingebaut ab OSX 10.5 Leopard) für Mac zu installieren, wenn man den (SPM) Stereo Photo Maker, Bino Player u.s.w. nutzen möchte.

MAC

XQuartz (üblicherweise als X11.app bezeichnet) ist Apples Umsetzung des X Window System (X11) für Mac OS X. Apples Umsetzung von X11 basiert auf dem X.Org-Server und erweitert diesen unter anderen um die hardwarebeschleunigte 2D-Darstellung und integriert ihn besser in Aqua, die grafische Benutzeroberfläche von Mac OS X. Seit Mountain Lion gehört X11 respektive XQuartz nicht mehr zum Lieferumfang von OS X.

MPO Download

(MPO Format für 3D TV und 3D Monitore)

Das MPO Format ist ein 3D Format, welches von 3D-TV und 3D-Monitoren unterstützt wird und von diesen direkt gelesen werden kann. Viele 3D-TVs geben mpo-Dateien direkt als Raumbild wieder, wenn sie auf USB-Stick oder SD-Karte gespeichert sind. MPO ist ein Container-Format, das zwei JPEG Dateien zusammenfasst. Mit entsprechender Software lassen sich MPO-Fotos daher recht einfach in zwei getrennte JPEG-Fotos konvertieren. Mit der Software StereoPhoto Maker kann man 3D Bilder als MPO speichern.

3D MPO-Fotos downloaden (falls vorhanden)

Zip-File entpacken (falls vorhanden)

Transfer auf USB: Die MPO Datei (Dateiendung .jpg in .mpo umbenennen) auf einen USB-Stick (oder SD-Karte) speichern. USB-Stick ist fertig für 3D-TV.

USB/SD am 3D-TV anschließen.

3D History

(Stereobildpaare 1838 & 3D Stummfilme)

Bereits im 4. Jahrhundert vor Christus befasste sich der griechische Mathematiker Euklid in den Bänden 11–13 seiner Lehrbücher zur Mathematik mit der Stereometrie. Er wusste aber nicht, dass zwei Augen für physiologisch räumlichen Seheindruck nötig sind.

1838 veröffentlichte Sir Charles Wheatstone (1802–1875) seine ersten Forschungsergebnisse über räumliches Sehen. Er berechnete und zeichnete Stereobildpaare und konstruierte für deren Betrachtung einen Apparat, bei dem der Blick des Betrachters durch Spiegel auf die Halbbilder umgelenkt wurde. Diesen Apparat nannte er Stereoskop. Wheatstone erreichte die Vereinigung der zwei Teilbilder durch sein Spiegelstereoskop bestehend aus zwei rechtwinkelig gegeneinander geneigten Spiegeln, deren Ebenen vertikal stehen. Der Beobachter schaute mit dem linken Auge in den linken, mit dem rechten Auge in den rechten Spiegel. Seitlich von den Spiegeln waren zwei verschiebbare Brettchen angebracht, die die umgekehrten perspektivischen Zeichnungen eines Objekts trugen. Durch die Spiegel wurden nun die von entsprechenden Punkten der beiden Zeichnungen ausgehenden Strahlen so reflektiert, dass sie von einem einzigen hinter den Spiegeln gelegenen Punkt zu kommen schienen. Jedes Auge sah also das ihm zugehörige Bild, und der Beobachter erhielt den räumlichen Eindruck.

Spiegelstereoskop

Nachdem 1839 in der Akademie der Wissenschaften in Paris das Verfahren zur Herstellung fotografischer Bilder auf Silberschichten von Louis Daguerre öffentlich bekannt gegeben wurde, lag es nahe, damit auch stereoskopische Doppelaufnahmen herzustellen, die es bis dahin nur in gezeichneter Form gab.

1849 stellte Sir David Brewster (1781–1868), schottischer Physiker und Privatgelehrter, die erste Zweiobjektiv-Kamera vor, mit der man zum ersten Mal bewegte Schnappschüsse stereoskopisch festhalten konnte. Bis dahin mussten die Stereohalbbilder nacheinander belichtet und die Kamera zwischen den beiden Aufnahmen im Augenabstand verschoben werden, was bei bewegten Motiven zu unterschiedlichen Bildinhalten führen konnte, die keinen räumlichen Eindruck ermöglichten. Im selben Jahr vereinfachte Brewster das Stereoskop, indem er die Spiegel durch linsenartig geschliffene Prismen ersetzte. Für diese Instrumente wurde eine Sammellinse von etwa 180 mm Brennweite in zwei halbkreisförmige Stücke geschnitten, und die beiden Hälften, mit ihren kreisförmigen Kanten gegeneinander gerichtet, in einem Gestell befestigt. In Blickrichtung hinter den Linsen wurde ein Blatt, welches die beiden Zeichnungen (oder fotografischen Bilder) enthielt, eingeschoben.

Kopf Wheatstone

Durch die Linsenwirkung wurde es möglich, die Bilder zu betrachten, ohne daß sich die Augen auf die kurze Bilddistanz einstellen müssen (Akkomodation). Durch die Prismenwirkung wurde es möglich, einen größeren seitlichen Versatz als den natürlichen Augenabstand (etwa 65 mm) zwischen den beiden Bildern zu verwenden, wodurch die Bilder breiter sein konnten. Dies ermöglichte wiederum, einen größeren Blickwinkel abzudecken, und die Bilder mit höherer Auflösung zu drucken oder zu Zeichnen.

Stereoskope dieser Art mit Papierbildserien waren im 19. Jahrhundert allgemein in Gebrauch. Meist wurden jedoch zwei kleine Linsen, deren Achsen mit den Augenachsen etwa zusammenfielen (also ohne Prismenkeilwirkung) und dem Augenabstand angepasste Paare von 6 x 6 cm kleinen Bildern verwendet. Scharen von Fotografen nahmen von nun an auf ihren Exkursionen durch die ganze Welt auch stereoskopische Fotos auf. Im Britischen Museum in London werden noch heute in verschiedenen Sälen historische Stereo- Aufnahmen von Ausgrabungen und Landschaften gezeigt, die auf einer runden Scheibe angebracht sind. Damit ist diese Betrachtungsart ein Vorläufer der populären View-Master-Geräte aus den 1950er-Jahren.

Rundlauf -Stereobetrachter

1851 führte der französische Optiker Jules Duboscq auf der Weltausstellung in London seine Apparate der Öffentlichkeit vor. Es waren Stereoskope nach Konstruktionen von Brewster, mit denen er Stereo-Daguerreotypien zeigte. Die Resonanz des Publikums war überwältigend, und auch Königin Victoria begeisterte sich für diese Präsentation. Damit war der Siegeszug der Stereobilder nicht mehr aufzuhalten. Die weiteste Verbreitung fand das Stereoskop in der 1861 von Oliver Wendell Holmes entwickelten Bauform, ein Stereoskop mit Schärfeeinstellung, das zu einem De-facto-Standard wurde.

August Fuhrmann entwickelte um 1880 einen großen Rundlauf -Stereobetrachter, das sogenannte Kaiserpanorama. Um 1900 wurde dies zu einem populären Massenmedium in Mitteleuropa. Wilhelm Gruber erfand 1938 den View-Master, einen Stereobetrachter mit austauschbaren Bildscheiben. Um 1900 sowie in den 1950er Jahren erlebte die Stereofotografie einen Boom. Stereoskope für zu Hause wurden populär. Verlage boten Stereoskopkarten aus aller Welt an. Aufgrund des höheren technischen Aufwands hat sich die Stereofotografie jedoch nie dauerhaft durchgesetzt. Heute erlebt sie dank der Einführung der Digitalkamera wieder eine leichte Renaissance, weil das teure Fotopapier entfällt und Experimente weniger kostspielig sind. Ab 1910 wurde die Stereofotografie immer mehr vom neuen Medium Film verdrängt. Im Ersten Weltkrieg machten Aufklärungsflugzeuge aller Kriegsparteien unzählige Fotos. 1916 operierten sie wegen der immer stärkeren Flugabwehr bereits in Höhen von über 4000 m. Sie lieferten mit hoch auflösenden Kameras und später auch Reihenbildern wichtige Erkenntnisse bis tief aus dem Hinterland des Feindes. Ganze Frontabschnitte wurden systematisch fotografiert; bei den Armeeoberkommandos entstanden Stabsbild-Abteilungen mit Labor-, Instandsetzungs- und Archiveinrichtungen. Die von den Unternehmen Zeiss, Görz, Ernemann und Messter entwickelten speziellen Reihenbildkameras mit großer Brennweite wurden senkrecht aufgehängt in die deutschen Maschinen eingebaut. Durch stereoskopische Aufnahmetechniken entstanden räumlich dimensionierte Bildaufnahmen, die Vermessungstechniker und Kartografen in detaillierte Frontkarten für die Stäbe umsetzten.

Virtuelles Museum

HERZLICH WILLKOMMEN IN DER WELT DER STEREOSKOPIE: Virtuelles Museum für Stereofotografie und Stereoskopie
Historische Bilder und verwendete Technik
Lexikon der Stereoskopie
Größte deutsche Website für Stereoskopie mit über 1500 Seiten und ca. 10000 Abbildungen. (von Dieter Schulte)

Division Prints

Die Bestände der Division Prints & Photographs umfassen Bilder aus den 1850er bis 1940er Jahren, wobei der Großteil der Sammlung zwischen 1870 und 1920 stammt. Die Online-Bilder zeigen Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt, Expeditionen und Ausstellungen, Branchen, Katastrophen und Porträts von Indianer, Präsidenten und Prominente.

L'Arrivée d'un train en gare de La Ciotat (3D Film von 1895)

Im Lauf der Filmgeschichte gab es wiederholt Anläufe, stereoskopische Filmprojektionen einzuführen. Am bekanntesten sind wohl die 3D-Kino-Wellen in den 1950er-, 1970er- und 1980er-Jahren. Doch bereits in der Stummfilm-Ära experimentierten Filmpioniere mit dem 3D-Effekt: von den Brüdern August und Louis Lumière bei ihrem einminütigen Kurzfilm Die Ankunft eines Zuges im Bahnhof La Ciotat (L'arrivée dun train à La Ciotat, Frankreich 1895) bis zu dem ersten abendfüllenden 3D Melodram The Power of Love (Nat G. Deverich, Harry K. Fairall, USA 1922), dem ersten Langfilm im anaglyphen Verfahren, bei dem Brillen mit roten und grünen Gläsern für den dreidimensionalen Seheindruck sorgten. In den 1920er- und 30er-Jahren gab es in Europa eine Reihe von Versuchen mit stereoskopischen Filmen, die beim Publikum aber auf keine nachhaltige Resonanz stießen.

L'Arrivée d'un train en gare de La Ciotat: Erscheinungsdatum: 1895 (Ersterscheinung)

Regisseure , Kamera & Produzenten: Auguste Lumière, Louis Jean Lumière 

Genres:  S/W Fotografie, Kurzfilm, Stummfilm

Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat ist ein französischer 3D Stummfilm aus dem Jahr 1896. Regie führten Auguste und Louis Lumière, und feierte seine öffentliche Premiere am 6. Januar 1896. Gedreht wurde der 3D Film im Jahr 1895. Der Film zeigt, wie ein Zug in den Bahnhof von La Ciotat einfährt und die Fahrgäste aus diesem aussteigen und ihr Gepäck tragen.

Der Film wurde laut mehreren Filmhistorikern vor seiner Premiere einem ausgewählten Publikum in einem Café in Paris am 28. Dezember 1895 präsentiert. Der Abend endete angeblich damit, dass Zuschauer das Café aus Panik fluchtartig verließen, weil sie glaubten, der Zug werde gleich in das Café fahren. Allerdings gilt dies als moderne Sage und Ausschmückung zu Werbezwecken.

Auguste Marie Louis Nicolas Lumière (* 19. Oktober 1862 in Besançon; † 10. April 1954 in Lyon) und Louis Jean Lumière (* 5. Oktober 1864 in Besançon; † 6. Juni 1948 in Bandol, Var) waren Fotoindustrielle. Sie sind die Urheber des Projektes Domitor, später Cinématographe, in Anlehnung an Edisons Guckkasten auch als „Kinétoscope de projection“ bezeichnet.

Auguste Lumière ( Erfinder) war ein französischer Erfinder und Unternehmer. Er war an der Entwicklung des Kinematographen durch seinen Bruder Louis beteiligt. Dieses als Kamera und Projektor verwendbare Gerät ermöglichte das Kino.

Louis Jean Lumière (Kameraman) war ein Pionier der Fotografie & zusammen mit seinem Bruder Auguste Lumière Erfinder des „Cinématographe“, einem frühen Projektor zur Filmvorführung. Er wurde am 5. Oktober 1864 in Besançon in Frankreich geboren & starb mit 83 Jahren am 6. Juni 1948 in Bandol.

3D Team

(Die Stereofotografen/-innen)

3D Team 1

Ramon Dörfler: Für mich ist die Produktion von stereoskopischen Bildern die anspruchsvollste Arbeit in der Fotografie. Ein gutes Motiv ist dabei genauso wichtig wie die technische Umsetzung. Mein Qualitätsanspruch in der Stereoskopie ist, wenn 3D Bilder in der Betrachtung angenehmer Empfunden wird als ein normales Foto. Die Tiefenwirkung muss dabei im richtigen Verhältnis sein. Zur Betrachtung von 3D Bildern ist die anaglyph red/cyan Technik eine gute Alternative. Die Brillen sind Preiswert und man braucht keine spezielle 3D Technik dazu. Für die farbtreue und realistisch wirkende Wiedergabe von 3D Bilden stelle ich bei einigen Fotos eine MPO Variante zur verfügung. MPO Fotos können auf jeden 3D Fernsehr betrachtet werden. Auf meinen Youtubechannel kann man auch meine Bildergalerien in jeden Modus betrachten.

3D Team 2

Ingrid Benabbas: Glück ist das Einzige was sich verdoppelt wenn man es teilt 2005 begann ich mich ernsthafter mit dem Fotografieren zu beschäftigen. Bei meinem 8-jährigen Aufenthalt in Norwegen boten sich viele schöne Motive in der fantastischen Landschaft im hohen Norden. Ein Lieblingsgebiet ist die faszinierende Stereofotografie. Beim Anschauen dieser 3D Bilder ist man eben nicht nur dabei, sondern mittendrin. Die Aufnahmen hier entstanden mit: Hoffe, hier noch einiges zu lernen, insbesondere in der Stereofotografie - bin also für jede Kritik sehr dankbar.

3D Team 3

Hannaros (Open-Eyes): Neugierig sein ist des Menschen - Tugend. In jedem Menschen ist Sonne - man muss sie nur zum Leuchten bringen. Sokrates, (470 - 399 v. Chr.), griechischer Philosoph

3D Team 4

Ralf Fackiner: Sie finden bei mir hauptsächlich Bilder- und Diaschauen in 3D, die Sie herunterladen und auf 3D-Systemen wiedergeben können. Weiterhin Anleitungen zur 3D-Montage oder allgemeine Hinweise. Die Diaschauen enthalten 2500 3d oder mehr ... Viele Fotos sind mit normaler Kamera gemacht, also zwei Bilder nacheinander. 3D-Diaschauen für VollHD 1920x1080 und UltraHD 3840x2160 auf youtube. Ich erstelle Diaschauen, also verfilmte Bilderschauen mit Musik,Text und Animation, meist mit Magix pro. Bevorzugte Formate sind mp4, mkv oder wmv. Per USB-Stick werden sie auf den 3D-TV gebracht. Wer 3D genießen und beurteilen will verwendet 4K. Und das in hoher Bild- und Montagequalität. Ich habe mir einen 3D-Arbeitsmonitor von LG (Polbrille) und einen 3D-TV Panasonic Viera PLASMA 1920x1080 (Shutter), sowie ein 4K-TV von Philips PUS 7100 (Polfilter) angeschafft.

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